Allgemein - Mittwoch, August 25, 2010 12:32 - 6 Kommentare
Macht, Würde, Demokratie und nackte Unternehmen
Zwei von mir sehr geschätzte Persönlichkeiten, der Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger und Prof. Kruse philosophieren über die Auswirkungen des Netzes auf Unternehmen und sprechen den Kern des HR-Wandels an.
Danke Ulrike für das tolle Video!
Allgemein - Montag, August 23, 2010 17:06 - 2 Kommentare
How-to-Blog
Was sind überhaupt Blogs und wie bloggt man erfolgreich? Diese Fragen bekomme ich in letzter Zeit häufig zu hören. Zur Beantwortung dieser Frage denke ich gerne an meine ersten Schritte in die Welt der Blogger, der Blogosphäre zurück. Das Schönste dabei war für mich wohl das Staunen über die enorme Vielfalt und die funkensprühende Kreativität vieler Blogs. Ich war sofort angesteckt, wollte zu möglichst vielen Themen die mich interessierten schreiben, selbst einen kreativen Blog pflegen.
Da ich zu dieser Zeit wirklich wenig Ahnung hatte wie man so etwas anstellt, durchforstete ich das Netz nach Informationen. Natürlich fand ich sie auch, die typischen Einträge: seitenlange Master/ Bachelorarbeiten, umfangreiche Studien zu ganz vielen Themen nur nicht für mein direktes Problem, kryptische Foreneinträge mit Fremdwörtern die ich einmal in Wikipedia angekommen nachschlug und mich in weiteren Einträgen verlor.
Aber ich kämpfte mich durch und fing an zu Bloggen. Es hätte allerdings nicht geschadet einen Blogeintrag zu finden der die wesentlichen Punkte einmal kurz und knapp auf den Punkt bringt und eine solide Einführung bietet. Ladies and Gentlemen ich hoffe das dieser Post genau das für Sie leisten wird, ich bitte sehr um Kommentare und Feedback – dieser Post soll auch von Ihren Erfahrungen leben und wird weiter ausgebaut!
Was sind Blogs?
Die rein sachliche Frage ist relativ leicht beantwortet. Blog kommt von Weblog und das “Log” steht im Grunde für Logbuch, ein Blog ist also eine Art Tagebuch. Lisa Sonnabend nutzt in ihrer 2005 verfassten Magisterarbeit “Das Phänomen Weblogs – Beginn einer Medienrevolution” folgende Definition:
Weblogs sind Webseiten, die häufig aktualisiert werden und deren Beiträge in umgekehrter chronologischer Reihenfolge erscheinen – also die neuesten an oberster Stelle. Die Beiträge können Text, Bilder, Videos oder Audiodateien enthalten. In der Regel haben Leser die Möglichkeit, Kommentare zu den Beiträgen zu verfassen. Unter jedem Beitrag sind gewöhnlich der Name des Autors oder ein Synonym sowie das Datum und die Uhrzeit der Veröffentlichung angegeben.
Das sagt schon ziemlich viel, aber es ist nur die Oberfläche. Und was in sogut wie jedem Beitrag fehlt ist eine visuelle Präsentation davon wie Blogs überhaupt aussehen und funktionieren. Am liebsten würde ich jetzt zu Ihnen werte Leser an den Bildschirm kommen und es Ihnen persönlich zeigen, aber das Internet bietet natürlich auch dafür einen adäquaten Ersatz. Schauen Sie einmal in die folgende Prezi- Präsentation die ich für Sie erstellt habe (Vollbildmodus emfohlen):
Ich hoffe dieser kleine Flug in das innerste eines Blogs hat Ihnen geholfen! Immanent wichtig ist in meinen Augen tatsächlich die Kommentar- und Linkfunktion. Blogs sind sprechende Internetseiten, verlinken heißt hier nicht einfach einen Link in einen Kommentar oder in die Blogroll einzufügen, sondern während der Veröffentlichung eines Blogpostings schon Links an andere Blogger zu senden. Entweder weil der Beitrag Postings anderer Blogger zitiert oder weil er für den anderen Blogger interessant sein könnte. Dieses Zitieren nennt man Trackback- Link und einmal abgeschickt geht dann im Dashboard des anderen Bloggers (hinter den Kulissen des Blogs) ein Pingback ein, also quasi eine Bitte um Bestätigung des Links. Eine derartiges Vorgehen führt zu einer engen Vernetzung von Blogs untereinander und erhöht so auch quasi nebenbei die Relevanz bei Suchmaschinen, die ja Backlinks als digitales Zahlungsmittel behandeln. Daher kommt auch der Spruch “Google loves Blogs”.
Die Technik hinter den Blogs
Ein Blog basiert oftmals auf einem open source Content Management System. Der Content (Bilder, Videos, Text) wird bereit gestellt und aufbereitet. Eine große Entwicklergemeinde arbeitet ständig an Verbesserungen, Widgets und Plugins. Das CMS für einen Blog selbst kostet meist nichts. Was kostet ist das Hosting bei dem Provider Ihrer Wahl, ein aufwendiges Design (Themes) und die Entwicklung von Sonderlösungen (z.B. bei Shops). Schauen wir uns an welche kostenlosen open source Blog CMS es gibt:
(Quelle: Open Source CMS Market Share Report 2009)
Zusammenfassend läßt sich also sagen Wordpress, Joomla! und Drupal sind die größten Blog open source Blog- CMS! Größe und Bekanntheit sind zwar nicht alles, aber diese CMS haben die größte Entwicklergemeinde, sind am stabilsten, bieten die besten Zusatzfunktionen und Anbindungen an social media Kanäle. Als Tipp zum Anfang kann ich posterous.com empfehlen:
Mit einer mail an post@posterous.com eröffnen Sie Ihren ersten Blog! Der Mailbetreff ist der Titel des Postings, der Inhalt der Mail das Posting selber. Einfacher geht’s nicht! Allerdings ist eine eigene URL nur nach Zukauf machbar. Für einen 100% eigenen Blog oder ein Unternehmensblog ist posterous.com daher eher nicht empfehlenswert.
Wer bloggt überhaupt?
Bei den teils stark technischen Themen die das Thema Blogging umgibt, könnte man die Vermutung haben, dass nur eingefleischte Techniknerds bloggen und zwar strikt über Themen wie Computer, Softwareentwicklung und die neusten Gadgets. Und das stimmt sogar, zu den weltweit größten Blogs zählen Newsportale wie Gizmodo, Mashable und Techcrunch. Diese haben immer die neusten technischen Entwicklungen im Auge, ja diese Tech- Blogger sitzen quasi auf den Schreibtischen der Marktführer. Wie weit diese Begeisterung geht zeigt dieser Artikel von Gizmodo um das “versehentlich” verlorene iPhone 4G, dass einen Linksturm in der Blogosphäre auslöste.
Tatsächlich bringen es diese Blogs auf äußerst respektable Seitenzugriffe. Im Juli 2010 hatte Mashable 7 mio Seitenzugriffe und Techcrunch folgt mit 6,5 Zugriffen. Zum Vergleich zog es auf time.com im Juli dagegen”nur” 5,4 mio Besucher.
Aber wie viele Blogs gibt es weltweit? Technorati, eine der größten Suchmaschinen für Blogs zählte in seinem Report “the state of the blogosphere” zwischen 2003 bis 2007 über 70 mio Blogs weltweit. Nach dieser Hochrechnung waren das 120.000 Blogs die täglich eröffnet wurden, also 1.4 Blogs pro Sekunde!
Aber nun zurück nach Deutschland, wie die Deutsche Blogosphäre aussieht und über was man hierzulande bloggt hat die Fachhochschule Köln letztes Jahr untersucht. In der social media Studie 2009 wurden über 350 Blogger befragt. Interessant ist schon die Aufteilung der Altersgruppen:
Zwischen 14- 19 jährige (27%) und 30-39 jährige (30%) Blogger sind am aktivsten. Die Frauenwelt ist bei dieser Studie mit 17,9% nicht so stark vertreten, dies kann ich aus eigener Erfahrung zwar nicht unterstreichen, vielleicht liegt das auch an den befragten Teilnehmern der Studie und den Themen über die diese bloggen. Schauen wir einmal drauf:
Die Techniker und Medienfreunde sind am stärksten vertreten, dass oben genannte Vorurteil scheint also auf zu gehen. Aber lassen Sie sich nicht täuschen, der Themenbereich “sonstiges” nimmt mit über 30% einen sehr großen Teilbereich ein. Ich bin mir sicher das an dieser Stelle das persönliche Tagebuch mit einem bunten allerlei an Themen gemeint ist. In einer anderen Studie von TNS Infratest von 2007 wo 82 Blogger befragt wurden, nimmt das Thema Tagebuch sogar 62% aller Themen ein. Das Tagebuch ist die Urform des Bloggens.
Denn es bloggen nicht nur Journalisten und Literaten sondern im hiergenannten Durchschnitt Jugendliche oder Mitdreißiger die sich für Medien und Technik interessieren. Die Blogosphäre ist bunt, lebhaft und steckt voller Energie. Nicht das ich mich hier zu tief in die oft geführte Debatte über die Zukunft des Journalismus einmischen möchte, die vierte Gewalt hat es zwar in Zeiten des Web 2.0 schwerer aber wird meiner Meinung nach weiter bestand haben. Doch das sich der Blickwinkel anpassen muss und sich vielerorts auch schon angepasst hat ist klar. BBC Chef Mark Thompson hielt zu diesem Thema 2005 eine lesenwerte Rede und unterstreicht mit dieser Aussage ein wesentliches Merkmal der Blogospähre:
Finally, many of the new media are intrinsically two-way: they encourage users not just to sit back and absorb but to answer back, to engage, to create.
Die Art des Blog
Es gibt viele Versuche Blogs zu katalogisieren: Wikipedia nennt im Eintrag “Blog” in der “Typlogie von Blogs” über 20 verschiedene Arten. Von Eventblog, Fotoblog und Lawblog über Reiseblog, Technologieblog und Produktblog. Aber eine derart klare Einordnung wird der Blogosphäre nicht gerecht! Es kommt immer darauf an, was der Blogger oder das Team von Bloggern schreiben! Es kann durchaus einen Produktblog geben, der auch wunderbare Reiseberichte veröffentlicht. Oder einen Videoblog (Vlog) der sich mit Events beschäftigt. Schauen Sie sich die die deutschen Blogcharts einmal an, unter den top ten sind außer netzpolitik.org keine Blogs die sich wirklich sicher einer Kategorie oder einem Thema zuordnen lassen. Es ist vielmehr die Mischung aus einer interessanten Themenauswahl, dem Schreibstil des Bloggers oder Bloggerteams und die dadurch immer wieder durchscheinende Persönlichkeit. Je interessanter und persönlicher also der Blogcontent, desto eher werden Artikel von anderen Bloggern zitiert, von Lesern in sozialen Medien darauf verwiesen und der Blogstream abonniert.
Was macht erfolgreiche Blogs aus?
Lassen Sie Ihrem Blog Zeit zu wachsen! In 6-12 Monate bauen Sie die Leserschaft auf, ab einem Jahr kann dann ein auch exponentielles Wachstum einsetzen. Regelmäßige Postings sind Pflicht! Je nach Positionierung (privater Blog, corporate Blog, Newsportal) und Anzahl der Leser wächst der Durst nach neuen Blogpostings. Hier zählt Aktualität, wer von Conventions und Vorträgen berichten will, tut dies spätestens einen Tag danach.
Ein Geheimrezept gibt es wie eigentlich überall nicht wirklich, trotzdem ist es eine interessante Frage was in der Online Welt zu Klicks in Millionenhöhe führt. Ich denke das selbst Inhaber solch großer Blogs das nicht immer genau wissen. Es ist sicherlich eine Mischung aus einem guten Gefühl für aktuelle, heiße Themen und wie interessant und/ oder persönlich das Thema verpackt ist. Das die Bilder und Technikdetails von dem neuen iPhone 4 vor dem offiziellen Produktlaunch ein heißes und interessantes Thema sind ist klar, aber oft sind es auch die Diskussionen in den Kommentaren die einen Blogpost interessant machen. Ein gutes Beispiel dazu liefert Cem Basman’s Blog Sprechblase.de mit dem Blogposting “Social Media – des Kaisers neue Kleider”. In über 100 Kommentaren wird in zum Teil sehr hoher Qualität sehr lebendig diskutiert, dies führte sogar soweit das Michael Nordmeyer auf seinem Blog goodyworks.com seine Gedanken in einen weiteren Blogpost goß.
Das ist das Schöne an der Blogosphäre, einige wenige Worte führen so im Grunde zu sozialem Handeln. Wer sich neben dem Schreiben dann auch auf den diversen Veranstaltungen mit befreundeten Bloggern trifft und austauscht, schafft weitere Mehrwerte durch Vernetzung die über die digitale Welt hinausgeht.
Hiermit schließe ich mit dieser kleinen Einführung in die Blogosphäre und hoffe dem geneigten-noch-nicht-bloggenden Leser die Lust aufs Bloggen verstärkt zu haben, die deutschsprachige Blogosphäre freut sich über jeden Neuzuwachs!
Allgemein - Mittwoch, Juli 28, 2010 20:38 - 1 Kommentar
Buchrezension: Employees First, Customers Second
Woran denken Sie, wenn Sie an ein indisches IT-Unternehmen denken? – fabrikartige Großraumbüros? – eine Herde willenloser Programmierer? – Maharaja-ähnliche Managementwillkür? Dieses sind jedenfalls meine Assoziationen vor meinem ersten Indienbesuch gewesen. Ja richtig, gewesen.
Und seit dem ich das Buch von Vineet Nayar „Employees First, Customers Second – turning conventional management upside down“ gelesen habe, weiß ich, dass ich dringend an meinem Bild von der indischen IT-Branche und ihrem Managementstil arbeiten sollte und wir in Deutschland davon einiges lernen können.
Nayar schildert anschaulich den umwälzenden Transformationsprozess der HCL Technologies, den er als CEO eingeleitet und gesteuert hat. Vineet Nayar sah sich vor der Herausforderung, sein Unternehmen service- und innovationsorientiert im globalen Wettbewerb erfolgreich aufzustellen und eine führende Position einzunehmen. Mit originellen, fast schon radikalen Managementmethoden mobilisierte er seine Mitarbeiter und sein Managementteam. Hinter dem Prinzip: „Mitarbeiter zuerst“ verbergen sich die drei Säulen des Enterprise-2.0-Managementkonzepts: Transparenz, Offenheit und Vernetzung innerhalb des Unternehmens. Gelebt in offenen 360°-Feedbacks, einem Ticketsystem nicht nur für IT sondern alle Belange, der Vertrauensbezahlung mit Innovationsbonus und Mitarbeitergremien zur Mitbestimmung erreicht Nayar eine Vertrauensbasis im Unternehmen, die sich in Dollar und Cent auszahlt.
Vineet Nayar nimmt den Leser seines Buches mit auf die faszinierende Reise in die entscheidenden Momente des grundlegenden Wandels des IT-Riesen HCL Technologies. Er gewährt Einblicke in seine Gedankenwelt, seine Ideen, aber auch seine Zweifel im Laufe der Veränderungen.
Die zentrale Botschaft des Buches lautet: Durch das Umdrehen traditioneller Strukturen und die Verteilung der Verantwortung auf die Schultern der Mitarbeitern werden immense Kräfte bei den Mitarbeitern frei gesetzt von der die gesamte Organisation profitiert.
In der aktuellen Wirtschaftskrise musste sich das Konzept Employees First, Customers Second unter extrem schwierigen Bedingungen beweisen. War das Managementkonzept, die Mitarbeiter an erster Stelle zu platzieren, wirkliche tragfähig oder musste angesichts des massiven Einbruchs der Weltwirtschaft eine neue Konzeption her? Nayar diskutierte diesen Punkt intensiv mit seinem Managementteam und kam zu dem Schluss, weiter auf die Prinzipien Transparenz, umgekehrte Verantwortlichkeit und kollektive Weisheit zu setzen und startete das Programm „Smart Response“. Mittels Live-Events und Web 2.0 wurden Zehntausende Mitarbeiter gefragt: „Wie sollen wir auf die Herausforderungen der aktuellen Wirtschaftslage reagieren? Gib uns deine Gedanken und Ideen.“ Vineet Nayar zur Vielfalt der auf diese Weise gewonnenen Ansätze: „The senior management team and I never could have conceptualized these initiatives on our own.“
Im Ergebnis wuchs HCL Technologies um 20% im Vorjahresvergleich in der schlimmsten Phase der Rezession und schloss Deals mit doppelt so hohem Volumen wie im Vorjahr ab. HCL Technologies schuf weltweit tausende neue Jobs, allein in den USA und UK mehr als 1.500.
Mit diesen Ergebnissen und Erfahrungen im Gepäck wurde Nayar’s Managementkonzept vom Magazin Fortune zum „world’s most modern management“ gekürt und sein Bericht Employees First, Customers Second ist eine lohnenswerte Lektüre, die anschaulich die außergewöhnlichen Potenziale eines Enterprise 2.0 belegt.
Viel Spaß beim Lesen und mitmachen. Und hier bestellen.
Allgemein - Montag, Juli 26, 2010 17:35 - 0 Kommentare
Management Innovation Tag – Leadership 2.0
„Unternehmen behaupten gern, die Mitarbeiter seien ihr größtes Kapital. Doch nur wenige setzen dies um.“
Peter Drucker
Am 9.11.2010 findet ein besonderer Workshop statt – es geht um Management Innovationen. Mit dabei sind 5 spannende Referenten:
Reinhard Ematinger (über LEGO Serious Play),
Ahmet Emre Acar (Design Thinking) ,
Frank Schwab (neue Unternehmensführung),
Andreas Zeuch (Intuition im Management)
und so ein Willms Buhse
Bei mir geht es um:
Die Kunst loszulassen & Leadership 2.0 finden Wege, wie sich Mitarbeiter mit größtmöglichem Freiraum in die Entwicklung des Unternehmens einbringen können und damit umgekehrt das Unternehmen auch breiten Raum für die persönliche Entwicklung seiner Mitarbeiter schafft.
Ziel ist es, mit der so entstehenden Innovationsdynamik und Kreativität die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu steigern. Je besser die Vernetzung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, neue Lösungsmuster zu finden. In dieser Nutzbarmachung der kollektiven Intelligenz liegt der eigentliche Produktivitätssprung. Wettbewerbsvorteile für das Unternehmen, Arbeitszufriedenheit und Bindung an das Unternehmen gehen so Hand in Hand.
Im Seminar wird diskutiert, wie sich ein Unternehmen so wandeln und strukturieren lässt, dass
- Mitarbeiter selbstorganisierter arbeiten,
- Offenheit, Transparenz und Vernetzung Informationsvorsprung und Macht als Führungscharakteristika ablösen,
- Unternehmenslenker als Impulsgeber und Vorbilder fungieren, die den Rahmen selbstorganisierter Arbeit definieren und
- Führungskräfte diese beiden Welten parallel managen.
Liebe Leser, sehen wir uns? Mehr Informationen gibt es hier
Allgemein - Mittwoch, Juni 16, 2010 15:04 - 6 Kommentare
Veränderung mit Fokus – automotive reloaded
In der Vorbereitung zum dem morgigen OpenSpace habe ich in ausführlichen Recherchen (hier findet ihr meine Linksammlung unter Delicious) einiges an Ideen zusammengesucht. Interessant war die Tatsache das ich viele der deutschen Innovationen im Automotive Sektor eher über Google auf dem Blog des amerikanischen Magazins Wired fand, als auf den Seiten der Hersteller. Der Wired Blog Autopia war eine der größten Inspirationsquellen für mich im Netz.
Auf Wired kam ich aufgrund der Printausgabe im Februar mit dem Titel “the next industrial revolution – atoms are the new bits“. Kurz gesagt geht es dabei um die Entwicklung das Open Source, Crowdsourcing, user-generated content und Peer- Gruppen Produktion — früher digitale Trends (Bits), sich jetzt auch auf die kohlenstoffliche Welt (Atoms) auszuwirken beginnen. Als eindrucksvolles Beispiel dafür stellt Chefredakteur Chris Anderson (bekannt durch seinen Bestseller “the long tail“) das erste OpenSource Fahrzeug vor, den Rally Fighter des Herstellers Local Motors. Unter Creative Commons Lizenz produzierten Freiwillige der Local Motors Community in 18 Monaten mit den insgesamt 10 Mitarbeitern des Herstellers ein marktfähiges Fahrzeug. Wird also die Art und Weise wie Fahrzeughersteller künftig produzieren nach dem DIY- Prinzip laufen können? Ist das ein zukunftsträchtiges Modell einer Branche die sonst geprägt ist von schärfsten Sicherheitsrichtlinien? Wo in Bunkern Erlkönige produziert werden die wie Superstars von Paparazzis trotz Folienbeklebung gejagt werden?
Einen ganz anderen Ansatz lieferte der Vortrag von Shai Agassi, den ich in meiner zweiten Anlaufstelle nach Inspiration zu dem Thema Automotive Reloaded fand, bei TED.com. Shai Agassi, Gründer von better place und ehemaliger SAP’ler hat ehrgeizige Pläne: bis 2016 möchte er das 10 Millionen elektrische Fahrzeuge mit dem better place Netzwerksystem auf verschiedenen Kontinenten, Regionen und Großstädten fahren. Wie das und warum Elektroautos? Das Elektroauto ist doch unpraktisch, bietet es doch nicht diesselben Annehmlichkeiten wie ein Benziner was Geschwindigkeit und Reichweite angeht.
Die Antwort dazu lautet für Shai Agassi: trenne den Eigentumsanspruch auf das Fahrzeug und den Eigentumsanspruch auf die Batterie voneinander. Wenn man das weiterdenkt kommen noch zwei weitere Komponenten dazu: erstens überall wo man parken kann gibt es auch Strom zum Laden der Batterie (wie bei dem norwegischen Projekt think city) und zweitens gibt es Batteriewechselstationen, so wie es heute ein flächendeckendes Tankstellennetzwerk gibt.
Die Antwort lautet also, baue ein perfekt funktionierendes Netzwerk das für 99,9% der Bevölkerung skalierend funktioniert, finanzierbar und praktisch ist. Da der Strom konsequent aus alternativen Energiequellen gewonnen werden soll, ist diese Lösung auch höchst nachhaltig und löst ein weiteres großes Problem: 700 milionen Fahrzeuge weltweit sind für 25% des CO2 Ausstoßes insgesamt verantwortlich. Wenn die Entwicklungsländer dieser Welt auf einen ähnlichen Standard kommen was den privaten Besitz von Automobilen der Industrieländer angeht und wir bei fossilen Kraftstoffen bleiben, wird nicht nur der Ölpreis explodieren sondern jeder noch so kleine Winkel der Erde nach Rohöl aufgewühlt werden.
Diese Probleme gäbe es mit dieser Idee nicht und was mir als Enterprise 2.0 Evangelisten am besten daran gefällt, Shai Agassi bricht mit den konventionellen Geschäftsmodellen der gesamten Autmobilhersteller- und Automobilzuliefererindustrie. Denn das Auto 1.0 und die gesamte Infrastruktur drumherum deckt ausschließlich die Produktion und Optimierung von Fahrzeugen sowie die Förderung und den Transport von fossilen Kraftstoffen ab (Ölförderanlagen Wasser/ Land, Öltransporte wie Öltanker & Lastzüge und ein flächendeckendes weltweites Tankstellennetzwerk). Das Auto 2.0 aber, läßt völlig neue Geschäftsmodelle entstehen. Das Fahrzeug selbst ist nicht der Mittelpunkt, sondern das Netzwerk drumherum. Von dem Windpark und den nahliegenden Batterladestationen über den Batterie- Austauschservice, dem Service Netzwerk von Verleihstationen und den Apps auf mobilen Endgeräten die alles verbinden.
Es geht also um eine Veränderung mit dem Fokus auf das ganzheitliche Problem. Wir werden das Problem nicht auf derselben Ebene lösen können auf der es entstanden ist, dass sagte schon Albert Einstein. Die Frage ist also in welche Ebenen der morgige OpenSpace morgen vorstoßen wird?
Ich bin gespannt darauf und möchte an dieser Stelle alle einladen mitzudiskutieren. Trotz aktueller Diskussionen um Privatssphären- Einstellungen und Datenverwertung, halte ich eine Facebookgruppe für die schnellste und effizienteste Lösung die morgigen Ergebnisse und daraus entstehende Projekte gemeinsam weiter zu entwickeln. Außerdem bietet Facebook die bestmöglichen Verbreitungsfunktionen. So einer von euch bedenken hat, erstellt doch ein einfaches/weiteres Facebookprofil nur mit Namen und Foto – mehr braucht man nicht um mitzumachen. Ich freue mich auch über Einladungen zu der Gruppe aller Leser dieses Blogpostings und Teilnehmenden und ganz besonders auf die ab morgen startende Diskussion!
Let’s Change!
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http://bit.ly/aut_re = Facebookgruppe
http://bit.ly/aut_re_diskussion = Diskussion/ Facebookgruppe
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